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Thema: Spielsystem, Strategie & Taktik Thread

  1. #4576

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    Ich erinnere mich noch an die Zeit der Taktik-Blogs (die dann aber irgendwie auch erstaunlich schnell wieder austarben), als sehr motivierte Autoren Taktik über zwei DinA4-Seiten analysiert haben. Wo jede Kleinigeit auseinandergenommen wurde und wo man das Gefühl hatte, dass extrem viel in eher zufällige Gegebenheiten hineinintepretiert wurde. Wo teilweise auch gesehen wurde, was gesehen werden wollte. Geniale Feinheiten der Trainer oder grobes Versagen. Über Fußballtaktik zu reden, Ordnung im Chaos zu finden, ist anscheinend ein erstaunlich subjektiver Prozess.

    Ich bleibe daher auch bei meiner bescheidenen Interpretation, ohne mich schlecht zu fühlen. Das Spiel ist ja komplett auf Werder TV, insofern ist es nicht nur eine Frage der Erinnerung.
    Wir haben auch letzte Saison schon immer mal wieder in der gegnerischen Hälfte in eine Dreierreihe verschoben, also wenn der Gegner in der eigenen Hälfte hinten rumspielt, schiebt Schmid rechts raus, um die Breite abzudecken, aber aus der Grundform des 5-3-2 heraus. Genau das haben wir mMn auch gegen Union gespielt.

  2. #4577
    Avatar von Estadox
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    Bin da ausnahmsweise nicht ganz bei dir, gegen den Ball war das zuletzt mMn schon sehr viel klarer und gezielter ein 523. Ansätze dahingehend gab es allerdings auch schon gegen Mainz, da insbesondere nach der Einwechslung von Woltemade.

  3. #4578

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    Es gab ja einige Spiele, in denen wir klar und durchgehend im 5-2-3 gespielt haben. Ich finde, man sieht den Unterschied zum Unionspiel bspw. in der Gegenüberstellung recht deutlich. Letzte Testspiele im Sommer, Pokalspiel, Testspiel gegen Pauli, zweite Halbzeit gegen Darmstadt und in Teilen von ein paar anderen Spielen, die ich gerade nicht im Kopf habe. Aber wie gesagt, Taktik in Spielen zu beschreiben, ist gar nicht immer so trivial wie man annehmen sollte und auch qualifiziertere Leute als wir können da meiner Erfahrung nach durchaus ins Schleudern geraten. Weshalb Vorsicht immer ein guter Begleiter in solchen Diskussionen ist.

  4. #4579
    Avatar von Estadox
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    Ich meine ja auch nicht, dass wir durchgehend im 523 gespielt haben, sondern lediglich klarer und strukturierter im 523 *gegen den Ball*. Mit Ball bin ich bei dir: 532.

  5. #4580

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    532 gegen den Ball sehe ich auch. Aber ist der entscheidende Unterschied nicht, dass wir die Sechser dieses Mal eingekesselt haben, anstatt sie direkt anzulaufen. Dadurch haben wir einerseits mehr Kompaktheit in die eigene Defensive bekommen (die beiden eigenen Sechser konnten weiter hinten bleiben) und andererseits haben wir gegnerische Ballverluste ohne Zweikampf forciert. Die gegnerischen Sechser wussten nicht, wohin mit dem Ball.

  6. #4581

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    Das was Gladbach gestern gespielt hat, das erinnert mich zart an das was Werder spielen möchte.

  7. #4582

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    Kannst du das weiter ausführen? Hab es leider nicht gesehen.

  8. #4583
    Avatar von FlankeKopfballTor
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    Zitat Zitat von Knipser Beitrag anzeigen
    Kannst du das weiter ausführen? Hab es leider nicht gesehen.
    Wahrscheinlich guter Fussball.

  9. #4584
    Avatar von Flo
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    Es sah gegen den Ball z. T. nach einem 5-3-2 aus, wenn sich Honorat auf der rechten Seite tiefer fallen ließ. Plea und Cvancara blieben dann in der Doppelspitze vorne. Nach Ballgewinn wurde versucht schnell offensiv umzuschalten, was natürlich mit der Führung im Rücken eine komfortable Spielsituation war. Anders als wir haben sie allerdings meiner Wahrnehmung nach einfach viel mehr Ballsicherheit im Passspiel gehabt. Dadurch konnten sie auch den ein oder anderen Positionsangriff sauber aufziehen und waren im Spielaufbau weniger anfällig für Ballverluste. Zudem bewegten sich ihre Ballführenden beim Kontern schneller, insb. Honorat, Reitz und Kone stachen da für mich hervor. Das wirkte etwas kontrollierter und zielgerichteter als bei Bittencourt und Schmid. Auch das finale Herausspielen der Torchancen im Angriffsdrittel schien mir klarer bzw. mehr nach Plan zu laufen. Auch da allerdings dürfte die individuelle Klasse von Reitz und Kone, die mit ihren dynamischen Läufen hinter/durch die Abwehrreihe für Gefahr sorgten, den Ausschlag gegeben haben.

  10. #4585

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    Gladbach hatte ein sehr gutes Positionsspiel und wirklich eine hohe Ballsicherheit. Honorat und Netz erinnerten mich auf den Außen an Weiser und Deman. Cvancara und Plea waren toll. Cvancara war der Arbeiter, der teilweise bis weit nach hinten verteidigte (bisweilen wurde es da eine 6er Kette) und dennoch die Power hatte in die Sturmspitze durchzustarten. Er war dadurch für Wolfsburgs Defensive schwer greifbar. Plea war der Freigeist (Ducksch), der sich fallen ließ, verlagerte, beschleunigte und tiefe Läufe und Abschlüsse Einstreute. Das Dreiermittelfeld war tatsächlich ziemlich gut. Koné war omnipräsent, kam auch viel über die Flügel. Reitz, Koné und Weigl hatten eine gute Struktur zusammen. Passicherheit, Positionsspiel, Variabilität, Pressing, Anlaufen und Physis waren einfach top aufeinander abgestimmt bzw. sich gut ergänzend. Das war einfach so, wie ich mir das 5-3-2 oder 3-5-2 vorstelle.

  11. #4586

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    Hier ne sehr lesenswerte Taktik-Analyse über das 3-4-3 was Werder gegen Frankfurt und auch in den letzten Spiel hat spielen lassen.

    https://www.deichstube.de/news/werde...-92671699.html

  12. #4587

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    Das Problem liegt doch schon in der Kaderzusammenstellung, um guten und erfolgreichen oder auch ansehnlichen Fußball spielen zu lassen. Fangen wir mal bei der IV an, wo ich nur Stark als durchschnittlich guten IV sehe. Dann hat man einen vergleichsweise ganz guten RAV mit Weiser, der allerdings defensiv extrem anfällig ist und als LAV einen gelernten IV, einen gelernten LM und einen dauerverletzten Spieler mit Agu. Sprich aus der 3/5er Kette hinten sehe ich aktuell nur zwei, die auch wirklich gutes Bundesliga Niveau haben.

    Im Mittelfeld sieht es ähnlich aus, die Spielertypen passen kaum zueinander, ein 8er macht bei uns den 6er und der 6er spielt nicht bzw. ist scheinbar auch qualitativ nicht gut genug. Im ZM hat man eigentlich ganz gute Spieler auf dem Papier, einer davon hilft aber als 6er aus und ist mit Ball nicht gerade sicher, der andere macht es oft gut und einer, der gefühlt insgesamt 1 Spiel gemacht hat.

    Im Sturm passen die Abläufe kaum, bis auf Njinmah sind alle im Schnitt sehr langsam.

    Kommt noch ein Trainer dazu, der es nicht schafft kreativ in Sachen Formation/Aufstellung zu werden und gleichzeitig auch scheinbar nicht genügend motivieren kann oder aber im Spiel vernünftig reagieren kann auf den Gegner.

    Ich würde umstellen auf 4-2-3-1, weil‘s für mich mit die am einfachsten zu verstehende Formation ist, wo jeder klar wissen sollte, was die Aufgaben sind, die Mitte dicht ist und auf den außen abgesichert werden kann.

    Pavlenka

    Weiser - Stark - Friedl - Agu

    Lynen - Stage

    Schmid - Keita - Bittencourt

    Ducksch

    Doppelte Absicherung auf den außen, zentrum stabil halten und hinten keine Experimente (auch wenn Weiser nicht oft RV in letzter Zeit gespielt hat)
    Geändert von Nori-br9 (04.12.2023 um 16:35 Uhr)

  13. #4588

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    Was mich aktuell am meisten ärgert: Ich sehe einfach keine Spielidee. Also was ist der Plan, um vor das gegnerische Tor zu kommen? Und ich schreibe da jetzt nichts neues, aber man hat das Gefühl, dass Werner das bisherige Erfolgsrezept (inkl. Füllkrug) nimmt und versucht das mit Borre umzusetzen. Und das kann nicht funktionieren, wenn der wichtigste Spieler für diese Spielidee nicht mehr da ist und durch einen völlig anderen Spielertyp ersetzt wurde. Dabei geht es mir gar nicht um die personellen Fragen. Man könnte mMn auch eine andere Spielidee mit dem gleichen Personal vom letzten Wochenende versuchen.

    Beispielhaft ein Angriffspressing mit Schmid-Borre-Weiser in der ersten Reihe, Ducksch als 10er, der bei Ballgewinn erste Anspielstation gibt und Stage-Bittencourt als Doppelsechs. Hinten 4er-Kette mit Jung und Agu als AV. Sonst auch gerne Bittencourt in die erste Reihe, Weiser als RV und Lynen auf die 6.

    Oder man bringt Njinmah und Schmid zusammen von Anfang an auf den Außen und versucht ein Konterspiel aufzubauen. Und leih dir im Winter noch einen schnellen Stürmer. Im Sommer kommt Dinkci zurück. Der hat zwar anscheinend keinen Bock mehr auf Werner. Aber wenn man ihm ein Spielsystem präsentiert, dass auf ihn zugeschnitten ist, überlegt er es sich vielleicht nochmal. (Oder Werner ist bis dahin sowieso weg)

    Oder was Beklopptes: Stell Stage vorne rein, der zumindest ein Kopfballduell führen kann und spiel den langen Hafer und geh auf die zweiten Bälle. Da müsste im Winter dringend nachgebessert werden mit einem passenden Stürmer.

    Oder bring Jung wieder als LAV und überlade mit Stage die linke Seite für hohe Bälle. Begeistert mich zwar auch nicht wirklich, aber irgendwas.

    Doch was ist das aktuell? Weder wirkliches Pressing, noch Konterspiel, noch lange Bälle. Und Kombinationsspiel schon gar nicht. Das geht mit dem Mittelfeld ja auch einfach nicht. Da könnte Keita helfen, aber man braucht nun mal eine Spielidee, die ohne Keita funktioniert

    Da gibt es bestimmt für alle diese Ideen gute Gegenargumente, bloß ich würde gerne irgendwas sehen, was nach einer klaren Idee aussieht. Ich glaube nicht, dass das mit dem Spielermaterial unmöglich ist. Bloß an etwas stur festzuhalten, obwohl sich die Gegebenheiten geändert haben, bringt einfach nichts.

    Ob das nun jetzt Werner oder ein neuer Trainer macht, mir ist beides Recht. Werner ist noch jung in seiner Karriere und kann noch lernen. Bloß Werder hat nicht ewig Zeit ihm diesen Lernprozess zuzugestehen.

  14. #4589

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    Ich denke, das Problem ist eher das Abrücken vom hohen Pressing. Wir hätten mit Stage und Lynen zwei laufstarke 6/8er. Schmid+Borre sind gut im Gegenpressing. Auch Bittencourt bringt sich da in letzter gut ein, das Problem ist hier nur unsere langsame IV

    Wenn wir so tief gegen den Ball stehen, haben wir nicht die nötige Ballsicherheit und das Tempo, um gefährlich umzuschalten.

    Seit der Umstellung wird unsere letzte Kette nicht so schnell überspielt, dafür verlieren wir viele Bälle im Spielaufbau, die dann zu extrem gefährlichen Situationen führen.

  15. #4590
    Avatar von FlankeKopfballTor
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    Alternativ könnte man Stage & Bittencourt beibringen, wie sie sich vernünftig im Spielaufbau beteiligen. Derzeit ist das einfach nur schwach. Die haben überhaupt kein Timing dafür, wie sie sich im Raum bewegen müssen, oder wie sie sich Anbieten können ohne das der Gegner ihnen am Arsch klebt. Das geht nämlich, wenn alle Mittelfeldspieler sich clever bewegen. Anscheinend hat Werner aber schlicht kein Interesse daran, den Fokus aufs Mittelfeldspiel zu legen.

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