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Thema: Allgemeine Nachrichten resp. Das Aktuelle Tagesgeschehen.

  1. #9076
    Avatar von Schmolle
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    Reaktionäre Friedenskraft!
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    Schäuble hatte es schonmal gesagt, woran ihn die russische Politik seit 2014 erinnert.
    Sollen Frankreich oder Deutschland den Finger senken? würde das bedeuten das die drohende Faust erhoben wird, dann los.
    Sowohl China, USA und Russland streiten sich um zugriff auf nahen Osten, mittleren Osten und Zentralasien.

  2. #9077
    Avatar von WhiteHorse
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    Und um Afrika. Jeder mit einer anderen Taktik.
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  3. #9078
    Avatar von fruchtoase
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    Zitat Zitat von Timbeaux Beitrag anzeigen
    Der goldene Wertewesten hat sich mit dem rotgoldenen Werteosten aka Sowjets/Russen in Afghanistan doch die Klinke in die Hand gegeben.

    Und ehrlich gesagt frage ich mich, wer deiner Meinung nach denn überhaupt mit dem "nackten Finger" zeigen dürfte?
    Richtig.

    Ja eben, niemand.
    Wenn man wenigstens die Eier hätte, die Interessen als das zu benennen, was sie sind: Wirtschafts- und Einflusssphäreninteressen, anstatt immer irgendeinen Rotz von Demokratie und Menschenrechten zu faseln...
    Wie sehr man sich für Demokratie und Menschenrechte interessiert, sieht man immer dann, wenn es um den Absatz der eigenen Produkte oder den reibungslosen Erwerb von Ressourcen geht. Da hat man dann auch kein Problem mit aggressiven 1-Parteiendiktaturen (Hallo China) oder diversen Folterkönigreichen (Hallo Dubai und Co.).

    Zitat Zitat von Nordmanntanne Beitrag anzeigen
    Mir geht es nicht darum in die Rhetorik des kalten Krieges zurück zu kommen von wegen wir sind die Guten, der Iwan das Böse. Ich habe aber den Eindruck dass Putin Deutschlands Wissen um seine Vergangenheit und das prekäre Verhältnis zu Russland ausnutzt, um schamlos Machtpolitik zu betreiben. Kann mich nicht erinnern dass so unverhohlen politische Morde stattfanden, systematisch in Wählen eingegriffen wurde, kriegerische Aktionen durch eigene Soldaten oder geduldete Söldner durchgeführt wurden seit den Zeiten des kalten Krieges. Und dabei wird immer wieder die Geschichte bemüht um sich als Opfer zu präsentieren, was in der eigenen Bevölkerung verfangen mag, aber leider auch bei einigen Linken und Deutschland zumindest für Stillhalten gesorgt hat. Und der Wirtschaft geht es eh nur ums Geld. Davon ab empören ich mich ebenso über den amerikanischen Imperialismus mit seinen desaströsen Folgen insbesondere durch die Irakkriege.
    Ja nun, willkommen in der Welt...
    Schamlose Machtpolitik... Sowas würde sich die EU doch z. B. bei der erpresserischen Durchsetzung von Freihandelsabkommen gegenüber schwachen afrikanischen Staaten nie erlauben! So als Friedensnobelpreisträger und so!
    Klar ist Putin ein widerliches Schwein, der kein Problem mit politischen Morden hat und dass er sich als Opfer präsentiert, ja nun, das ist halt politische Prosa, genau wie unser Gefasel von Demokratie und Menschenrechten (die uns ja zum Glück außer einem Goetheinstitut und ein paar Stipendien hier und da nichts kostet). Echte Wirtschaftssanktionen hätten uns aber tatsächlich etwas gekostet (also mehr, als die paar Obstbauern in Sachsen, die viel nach Russland exportieren, zumindest), genau deshalb macht man da ja auch nicht.
    Geändert von fruchtoase (17.01.2022 um 00:10 Uhr)

  4. #9079

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    Tarifverhandlungen der türkischen Metallgewerkschaft sind abgeschlossen.
    Ergebnis: satte 65 Prozent Gehaltserhöhung!!!
    Inflation ist halt echt ne bitch. Zudem zeigt sich nun, was für gravierende Fehler Erdo gemacht hat. Monatelange Inflation von 36 Prozent für das gesamte Volk sind & waren ihm egal.
    Erdogan fürchtete, dass hohe Zinsen das Wirtschaftswachstum bremsen - wodurch die ohnehin schon hohe Arbeitslosigkeit weiter steigen könnte. Trotz Rekord-Inflationsrate hält der türkische Präsident Erdogan weiter an seiner Niedrigzinspolitik fest.

    Alleine in den letzten 3-4 Wochen über 30 Prozent Preisanstieg beim Tanken (Kraftstoff), Lebensmittel, etc. zusätzlich.
    Zudem steigen logischerweise auch die Verkaufspreise von Autos .... aber jetzt bitte FESTHALTEN:
    Beim Kauf eines Neuwagens in der Türkei (egal ob der Wagen aus dem Ausland kommt oder in der Türkei selbst produziert wurde) zahlt der Käufer zwischen 80 bis 300 Prozent Steuern!
    Also deutlich mehr als der Neuwagen überhaupt wert ist.

    Früher (vllt. immernoch) galt er ja unter der türkischen Bevölkerung als Wirtschaftsmacher (& -versteher), der das Land nach vorne bringen sollte.
    Hat sich wohl jetzt gezeigt, dass er das nicht ist (und nie war).
    Der Populistenpenner fährt das Land wirtschaftl. an die Wand ... und das Volk muss darunter extremst leiden, da durch die megaextreme Inflation logischerweise der Verschuldungsgrad der Bürger exponentiell ansteigt.

    Bin gespannt, wie es weiterläuft und wie dann (bei fortschreitender Inflation) seine eigentlichen Anhänger zu ihm stehen werden.
    Geändert von Zetti (18.01.2022 um 14:56 Uhr)

  5. #9080
    Avatar von Madpete
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    Ich habe Erdogan aus seiner Anfangszeit eigentlich als Reformer in Erinnerung. Er wollte damals das Land dem Westen näherbringen und wirtschaftlich weiter öffnen.
    Schon allerhand was daraus geworden ist. Dem ist die Macht offenbar sehr zu Kopf gestiegen. Ob da nur der Ärger mit der PKK und der Putschversuch dran schuld sind?
    Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten.

  6. #9081
    Avatar von fruchtoase
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    Zitat Zitat von Madpete Beitrag anzeigen
    Ich habe Erdogan aus seiner Anfangszeit eigentlich als Reformer in Erinnerung. Er wollte damals das Land dem Westen näherbringen und wirtschaftlich weiter öffnen.
    Schon allerhand was daraus geworden ist. Dem ist die Macht offenbar sehr zu Kopf gestiegen. Ob da nur der Ärger mit der PKK und der Putschversuch dran schuld sind?
    Der Westen (aka die EU) hat ihn jahrelang mit Versprechungen hingehalten und am ausgestreckten Arm verhungern lassen.
    Inzwischen hat er sein Heil in Islamismus und Populismus gesucht und die Türkei zur recht dominanten Regionalmacht gemacht.
    Tja...

    (Natürlich eine recht verkürzte Betrachtung)

  7. #9082
    Avatar von WhiteHorse
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    Erdogan hat natürlich alles getan, um der EU "gerecht" zu werden.
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  8. #9083
    Avatar von fruchtoase
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    Das habe ich mit keinem Wort geschrieben?
    Dass angekündigte Beitrittsverhandlungen aber nie wirklich ernst gemeint waren, ist doch wohl ein offenes Geheimnis.
    Dann gab es jahrelang den albernen Eiertanz um eine "privilegierte Partnerschaft" und darüber ist das Ding endgültig gegen die Wand gefahren und Erdogan auf einen aus seiner Sicht erfolgreicheren Kurs umgeschwenkt.

  9. #9084

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    Zitat Zitat von fruchtoase Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von Madpete Beitrag anzeigen
    Ich habe Erdogan aus seiner Anfangszeit eigentlich als Reformer in Erinnerung. Er wollte damals das Land dem Westen näherbringen und wirtschaftlich weiter öffnen.
    Schon allerhand was daraus geworden ist. Dem ist die Macht offenbar sehr zu Kopf gestiegen. Ob da nur der Ärger mit der PKK und der Putschversuch dran schuld sind?
    Der Westen (aka die EU) hat ihn jahrelang mit Versprechungen hingehalten und am ausgestreckten Arm verhungern lassen.
    Inzwischen hat er sein Heil in Islamismus und Populismus gesucht und die Türkei zur recht dominanten Regionalmacht gemacht.
    Tja...

    (Natürlich eine recht verkürzte Betrachtung)
    die eu wollte immer nur ein sehr gutes (im sinne von höriges) verhältnis zur türkei, sowohl wirtschaftlich als auch geopolitisch ein wichtiges ziel. aber die türkei in der eu, wohlmöglich noch im griechenland-style in der eurozone, ist aus so vielen gründen unsinnig, dass es auch einem erdogan hätte auffallen müssen.

    dass sich solche staaten dann irgendwann woanders hin orientieren ist erwartbar.
    Meine Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung dar.

  10. #9085
    Avatar von WhiteHorse
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    Zitat Zitat von fruchtoase Beitrag anzeigen
    Das habe ich mit keinem Wort geschrieben?
    Dass angekündigte Beitrittsverhandlungen aber nie wirklich ernst gemeint waren, ist doch wohl ein offenes Geheimnis.
    Dann gab es jahrelang den albernen Eiertanz um eine "privilegierte Partnerschaft" und darüber ist das Ding endgültig gegen die Wand gefahren und Erdogan auf einen aus seiner Sicht erfolgreicheren Kurs umgeschwenkt.
    Es liest sich halt so.

    Dass angekündigte Zusagen Erdogans aber nie wirklich ernst gemeint waren, ist doch wohl ein offenes Geheimnis.

    Das Spiel haben damals beide gespielt.

    E: Und es ist auch nicht so, dass er "inzwischen" sein Heil im Islamismus und Populismus suchen würde. Das stand schon immer auf seiner Agenda - schon vor der AKP Zeit. Er saß deswegen auch schon mal im Knast, und konnte anfangs kein Amt ausüben. Proteste gegen Erdogan, und die Angst davor, er würde den Laizismus zurückfahren, gab es schon lange vor Ende der EU-Beitrittsverhandlungen.
    Geändert von WhiteHorse (18.01.2022 um 16:35 Uhr)
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  11. #9086
    Avatar von fruchtoase
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    Zitat Zitat von WhiteHorse Beitrag anzeigen
    Es liest sich halt so.

    Dass angekündigte Zusagen Erdogans aber nie wirklich ernst gemeint waren, ist doch wohl ein offenes Geheimnis.

    Das Spiel haben damals beide gespielt.
    Steht da aber halt nirgends. Das ist der gleiche Reflex, wie die "Putinversteher"-Rufe, sobald man Russland mal nicht platt als Sith und uns (goldener Wertewesten) als Jedi beschreibt.
    Erdogan ist in erster Linie ein Machtpolitiker und nachdem die eine Option (sinnvolle Annäherung an die EU) wie beschrieben scheiterte ,bzw. zum Murmeltiertag verkam, hat er sich anderweitig orientiert. Und jetzt schauen wir mal nach Osteuropa, nein, halt, nicht ganz so weit bis zu Putin, ja, Polen, Ungarn, Tschechien... Die wägen genauso ab, was ihnen (also der politischen (stockkonservativen bis reaktionären) Elite) mehr nützt. Und nein, das heißt nicht, dass man deren vorgestrigen "Ideen" nachgeben sollte, es ist schlicht der Wunsch (meinerseits), etwas mehr mit offenen Karten und mit Eiern zu arbeiten. Sagen was ist und zwar klar und deutlich, anstatt goldige Versprechungen zu machen, die man eh nicht einzulösen gewillt ist.

    Ein Geben und Nehmen. Als es um die Zusagen ging, von denen ich annehme, dass Du sie meinst, war der Karren doch eh schon tief im Dreck.

  12. #9087
    Avatar von WhiteHorse
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    Du hast das total einseitig geschrieben. Ich finde, das kann man nur so lesen.

    Und da irrst du dich. Die EU-Annäherung ging nicht von Erdogan aus. Das fing alles schon deutlich früher an, und wurde von Erdogan weitergeführt. Er versprach so einiges, und konnte letztendlich kaum etwas umsetzen. Nicht mal Zypern konnte er als Staat, und dann auch noch EU-Mitglied, anerkennen. Ein Symptom dessen hat dann auch zum Ende der Verhandlungen geführt.

    Und ein Islamist, das war Erdogan schon immer.
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  13. #9088
    Avatar von Daniel FR
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    Der wollte doch den Westen islamistisch unterwandern.

    https://beruhmte-zitate.de/zitate/13...en-wir-aufste/

    „Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.“ —

    Tayyip Erdoğan auf einer Wahlveranstaltung am 6. Dezember 1997, zitiert in "Die Welt", 22. September 2004, "Recep Tayyip Erdogan: Der Islamist als Modernisierer", debatte. welt. de
    Das hat er übrigens aus einem Gedicht von Ziya Gökalp zitiert. Steht in der oben verlinkten Quelle.
    I don't feel at home in this world anymore.

    #GegenZensur: Keine Ignore!

    #Meta-Male.

  14. #9089

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    Fragen wir doch mal die Journalisten (sowie alle anderen Personen), die seit Jahren zu unrecht und ohne Beweise in U-Haft sind, ob die Türkei (von der EU mit "Versprechungen") hingehalten wurde.

    Sehe aber durch diese Wirtschaftskrise auch Chancen ... jetzt gew. Dinge nachzuverhandeln (Inhaftierte, Flüchtlingslager, Gelder die aus Berlin & Brüssel fliessen, etc.).
    Erdogan hat akt. massive innerpolitische Probleme (Inflation, Arbeitslosigkeit, etc.).
    Wenn er weiter (sturköpfig, wie er zu sein scheint), die Zinsen nicht erhöht in den nächsten Monaten und die Inflation weiter anhält bis Sommer (oder darüber hinaus), dann wird der Schaden (politisch wie wirtschaftl.) extrem ausfallen.
    Das Volk, dass bislang hinter ihm stand, wird auf die Strasse gehen und ihm seinen Zorn zeigen.

    Was wird dann passieren? Holt er dann das Militär auf die Strasse und schlägt die Demos (evtl. auch Aufstände & Plünderungen) gewaltsam nieder ... mit weiteren Lügen, dass die Menge vom Ausland und/oder Terroristen (PKK) angestiftet wurde?
    Wie weit wird er dann gehen ... gegen die eigene Bevölkerung?
    Lenkt er ein (auch außenpolitisch) oder wird es "richtig" eskalieren?

  15. #9090
    Avatar von WhiteHorse
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    Zitat Zitat von Daniel FR Beitrag anzeigen
    Der wollte doch den Westen islamistisch unterwandern.

    https://beruhmte-zitate.de/zitate/13...en-wir-aufste/

    „Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.“ —

    Tayyip Erdoğan auf einer Wahlveranstaltung am 6. Dezember 1997, zitiert in "Die Welt", 22. September 2004, "Recep Tayyip Erdogan: Der Islamist als Modernisierer", debatte. welt. de
    Das hat er übrigens aus einem Gedicht von Ziya Gökalp zitiert. Steht in der oben verlinkten Quelle.
    Und dafür ging es dann in den Knast.
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