Zitat Zitat von PerRoentved Beitrag anzeigen
@Dondiego
Danke für die Argumentationshilfe. In dem von Dir verlinkten Artikel heißt es:
Während Rentner auf 108.000 Euro Geld- und Sachvermögen und 125.000 Euro Rentenanwartschaften kamen, verfügten Pensionäre über ein Vermögen von knapp 196.000 Euro - und Pensionsansprüche von fast 307.000 Euro.
Lombok schrieb ursprünglich:
Zitat Zitat von Lombok Beitrag anzeigen
(...)Und da guckt der Beamte vielleicht auf den Selbständigen mit der 1 Mio. auf dem Konto/Depot und denkt sich, der Millionär muss mehr abgeben. Dass der Selbständige von dieser Summe bis zum Lebensabend auskommen muss, während sich der Beamte über seine Altersvorsorge dank üppiger Pensionsansansprüche keine Gedanken mehr machen muss (das muss nur noch der Staat als Schuldner der Pension, wo sich der Kreis zur Einkommenbesteuerung schließt) und bei Berücksichtigung der Kapitalwerte selbst schon lange Millionär ist, gerät da häufig aus dem Blick. (...)
Lombok hat zu keinem Zeitpunkt versucht, diese These zu belegen. Er verweist auf diese und jenes, was peripher mit dem Thema zu tun hat, aber im Kern hat er halt eine unhaltbare These aufgestellt und schafft es jetzt seit Wochen nicht, diesen Fehler einzugestehen. Dass er von sich aus mit einem weiteren untauglichen Argument erneut mit dieser These antritt, halte ich für alles andere als klug.
Dein inhaltliches Problem in der ganzen Diskussion und ihrer Einordnung ist, dass Du anscheindend immer noch nicht verstanden hast, was die Ausgangsthese ist und dass dies nur ein Beispiel zu Illustrationszwecken ist.

Zitat Zitat von anamous Beitrag anzeigen
Aus dem verlinkten DIW-Artikel:

Allerdings weisen die Wissenschaftler darauf hin, dass das „Alterssicherungsvermögen“ eine andere Qualität habe als Bargeld auf dem Konto. Berechnet wird der Gegenwartswert der Anwartschaften - wie viel also die bisher erzielten Rentenansprüche heute wert sind. Heraus kommt ein fiktiver Wert, ein Vermögen, das zwar eine wichtige Rolle für die Situation des Einzelnen spielt, von dem er sich aber nichts kaufen kann.
Na immerhin. Der Ansatz, Rentenansprüche als reales, persönliches Vermögen anzurechnen ist nämlich auf mehreren Ebenen Quatsch. Bzw. soll argumentativ helfen, das tatsächlich vorhandene, persönliche Vermögen von Großvermögenden zu relativieren.
Na immerhin sollten wir uns dann einig sein, dass Rentenansprüche einen wirtschaftlichen Vermögenswert haben (auch wenn der Kapitalwert ein "fiktiver Wert" ist oder es Vermögen "zweiter Klasse" ist, wie es zum Teil auch genannt wird). Dass die fehlende rechtliche Verfügungsbefugnis den Kapitalwert beschränkt, habe ich doch nie bestritten. Und dass dies der Grund ist, warum diese Ansprüche nicht (auch nicht mit einem Kapitalwert, der die fehlende rechtliche Verfügungsbefugnis einpreist) in dem bisherigen Konzepten der Vermögensteuer enthalten sind, ist mir auch klar. Das ist aber ja genau das, was ich als ein systematisches Problem dieser Konzepte sehe.

Unabhängig davon, mit welchem Wert man diese Ansprüche genau ansetzt, ist es für mich aber halt unzweifelhaft, dass jemand mit solchen Ansprüchen wirtschaftlich leistungsfähiger ist als jemand ohne diese Ansprüche (und das wirkt sich ja im Übrigen auch schon vor der Auszahlungsphase aus; mein sonstiges Vermögen ist erheblich liquider und ich kann es ganz anderes anlegen oder konsumieren, soweit es gerade nicht für die Alterssicherung benötigt wird). Wenn ein Besteuerungskonzept diese Werte, die wirtschaftlich jedenfalls größer Null sind, mit Null ansetzt, so ist das für mich eine wirtschaftliche Ungleichbehandlung.

Im Übrigen stand die ganze Diskussion im Zusammenhang mit der Beibehaltung der Abgeltungsteuer für Spitzenverdiener. Hierzu habe ich angemerkt, dass ich dies sachlich nachvollziehen kann, ich die Begründung z.B. in Form der SPD-Illustration für verfehlt halte. Weiter habe ich angemerket, dass die dort in den Kontext gesetzte Konzentration und Aggregation von Großvermögen tatsächlich ein Problem ist, dass man dies steuerlich aber eher auf Ebene einer Vermögensbesteuerung ansiedeln muss. Und hier habe ich auf aus meiner Sicht bestehende Probleme (das war ja nur ein Aspekt) der Vermögensteuerkonzepte hingewiesen und auf die Vorteile die stattdessen eine Ausweitung der Erbschaft- und Schenkungsteuer in diesem Zusammenhang hätte. Dass dies "Quatsch" sei, der dazu dienen soll, "das tatsächlich vorhandene, persönliche Vermögen von Großvermögenden zu relativieren", ist Deine Behauptung.