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Thema: Kutzop, Monaco, Pasching, Double-Sieg - Der WERDER Nostalgie-Thread

  1. #46

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    Bei mir müsste alles 96/97 angefangen haben. Mein Vater ist auch Werder Fan, meine Mutter auch und wie sollte es anders sein wurde ihr Erstgeborener Fan des glorreichen SVW. Die erste wirkliche Erinnerung habe ich an das Paniniheft für die Saison 97. Meine Großtante, damals wohnhaft in Düsseldorf versuchte mich in die Richtung der Fortunen zu lenken, viele Freunde wurden Fans vom FCB, 1860, Hertha, aber der größte wurde Fan von Werder.
    Für mich gab es also vorrangig auf der einen Seite die coolen punkigen Fortunen mit den Hosen auf dem Höhepunkt der Karriere oder die Grün-Weißen. Die glitzerne Werder Raute hatte es mir aber besonders angetan, der Lieblingsspieler war auch schnell ausgemacht. Die Nummer 17, Marco Bode sollte es sein!

    Der erste Stadionbesuch muss dann auch 98/99 irgendwann erfolgt sein, wann genau und welches Spiel, das weiß ich leider nicht mehr. Was noch von damals hängengeblieben ist, waren die Sticheleien meines gut 20 Jahre älteren Nachbarns. Haben oft Super Nintendo oder PS1 gezockt, er ist Stuttgart Fan und damals haben wir öfter das Weserstadion besucht wenn der VFB zu Gast war. Dort kann ich mich noch an die Süßigkeitenbuden an der Nord erinnern, wie mein alter Herr genervt war als ich zuerst ne Wurst wollte, 5 Minuten nach dem er wieder da wollte ich ne Cola und 15 Minuten darauf musste ich auf Klo. ^^

    Was von damals noch hängengeblieben ist, war das Ligaspiel 99 gegen Frankfurt. Besagter Nachbar hat an dem Tag geheiratet und direkt auf dem Saal war nebenan die dazugehörende Kneipe wo Bundesliga gezeigt wurde. Ich war zutiefst enttäuscht und war am schmollen ohne Ende als Werder 2:1 zu Hause verloren hat. Es war dann auch das letzte Spiel von Magath wenn ich mich recht erinnere.
    Dann war ich 02/03 einmal in der VIP Loge, beim Spiel gegen Cottbus, wir haben 1:0 verloren und Cottbus war in dem Jahr Absteiger

    Saison 03/04 war dann natürlich ein Highlight, auch wenn ich es nicht so in Erinnerung habe wie ich es gerne hätte. Weiß nur wie ich als ich mit Freunden im Garten gezockt habe, Hose grün vom ganzen Rasen und dabei die Bundesligakonferenz im Radio gerockt wurde. So lief damals fast jeder Samstag ab, wenn man nicht gerade selbst ein Spiel hatte. Letztlich war man jeden Tag aufm Bolzplatz oder bei wem im Garten und hat mit seinen Idolen die Spiele vom Wochenende nachgespielt.
    2006 war es dann soweit und durfte alleine in die große Stadt die dann auch mal weiter entfernt liegt. Nach und nach wurde es mehr und es sind mittlerweile Hunderte Spiele die man auf dem Buckel hat, da sind so viele Tolle Erlebnisse und Freunde dazugekommen die man lieb gewonnen hat, aber auch Niederlagen, wo man noch stolzer ist diese Freunde zu haben. Sogar einer meiner jetzigen besten Freunde habe ich 2009 auf einer Auswärtsfahrt kennengelernt.

    Einmal sind wir beim CL Spiel gegen Inter mit 2 Leuten und einer Eintrittskarte reingekommen, dann ist man mal mit der RB in Neustadt am Rübenberge steckengeblieben. Dann wird man in Hamburg mit Böllern beworfen, aber die 4 Derbys haben dann ja für Gerechtigkeit gesorgt. Genua, wie ich das Haus zusammengeschrien hab. Istanbul 09, was für eine tolle Tour. Einer der tollsten Spieler, wenn nicht gar der beste den ich Live sehen durfte, Johan Micoud. Ein ganz besonderer Moment, war eine Diskussion mit meinen Eltern, speziell mit meiner Mutter. Ihre Mama hat den 80.Geburtstag gefeiert an dem Tag wo Werder gegen Frankfurt spielen sollte. Meine Eltern haben mich immer unterstützt, auch als ich schon längst ausgezogen war und weg war. Doch da war ihre Geduld an ihre Grenze gekommen, als ich klargemacht habe das ich zum Spiel fahren werde. Natürlich war ich auch auf der Sause meiner Omi, bin dann halt nur früh gefahren und war um Punkt 15:30 im Stadion. Vom Parkplatz in der Neustadt bin ich mit einer Rikscha gefahren
    Das war mit das emotionalste Spiel, ich lag meinen Leuten in den Armen mit denen man schon so viel erlebt hat. Egal ob Bochum, Berlin, München, London, Istanbul ,Hamburg oder private Treffen, wir haben vor Freude geweint.
    Und meine Eltern haben dann auch gemerkt als ich mit denen gesprochen habe wie viel mir das bedeutet, sie waren ebenfalls glücklich das ich hingefahren bin.

    Die schönsten Erinnerungen sind jetzt für mich die lauwarmen Sommerabende nach einem Kick im Weserstadion den Tag mit seinen Leuten im Viertel/am Deich ausklingen zu lassen und in weitere Erinnerungen an schöne Eurocup/Pokal/Ligaspiele oder an gemeinsame Touren/Urlaube zu schwelgen und schauen was die Zukunft so bringt und das alles nur in Verbindung dank dem großartigen SV Werder Bremen!


    E: Grammatik- und Rechtschreibfehler darf jeder für sich behalten

  2. #47
    Avatar von raketeblau
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    So viele Erinnerungen in den ganzen Jahren. Erste Saison in der zweiten Liga. Die Wunder von der Weser, lange Jahre Dauerkarte, dann wurde mir das zu teuer und das Leben des Fußballfans konnte ich nicht mehr mit dem des Familienvaters übereinbringen. Mit Bierfahne nach dem Spiel noch den Kleinen ins Bett bringen fand ich zu peinlich. Oder ich fand mich zu peinlich. Der emotionale Höhepunkt für mich war die Meisterschaft in München, weil ich nichts davon gesehen habe. War nix mit Sky oder Public viewing und so. Meine Frau musste arbeiten, ich mit Sohn im Garten und im Hintergrund die Hansawelle...als das Spiel gewonnen war habe ich vor Freude tatsächlich geheult und mein Sohn hat mich fest umarmt, weil er mich trösten wollte...
    Mittlerweile arbeite ich in den USA, kann Werder nur selten sehen, aber das fühlt sich immer wieder richtig an. 2017 Weihnachten Heimaturlaub und mein Sohn, inzwischen groß, hatte mich zum Pokalspiel eingeladen, obwohl er mit Fußball und Werder nicht viel anfangen kann. War klar dass er mich dann beinahe wieder trösten musste...
    Realisten schauen erst nach dem letzten Spieltag auf die Tabelle!

  3. #48

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    Die Saison 85/86 war meine erste, haben in einem arabischen Land gelebt. Ich lauschte immer der verrauschten Konferenz au Deutsche Welle. Und der Kicker kam immer erst etwas mehr als eine Woche später. War trotzdem klasse. Ich habe Notenschnitte per Taschenrechner berechnet und fiel als Zehnjähriger in ein tiefes Tal der Depressionen als Werder am letzten Spieltag in Stuttgart mit 1:2 verlor und die Meisterschaft noch nach München ging. Seitdem kann ich Bayern nicht ausstehen, Stichwort Sören Lerby.

    Die Entschädigung war dann der 8. Mai 2004 im Olympiastadion. Ich bin sonst nie groß dabei, den Gegner zu verschmähen, aber die Wucht mit der beim Stand von 3:0 das “Scheiss Uli Hoeneß” in den Münchner Himmel von 10000 Werder Fans gebrüllt wurde, geht zu 50% auf meinen Kehlkopf.

  4. #49

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    Das sind echt spannende Erinnerungen und Geschichten, die man hier lesen kann
    Ich bin noch jünger, möchte aber dennoch gerne meine Werder Erinnerungen teilen.
    Meine Mutter ist Werderfan, mein Vater, bis er wegen Luca Toni kurzzeitig Bayernfan wurde, nicht an Fußball interessiert. Trotzdem war nicht klar, dass ich grün-weiß werden würde. Da ich aus dem Süden komme, sind wir immer zu Stuttgart-Werder ins Stadion gefahren. Wann der erste Stadionbesuch war, weiß ich nicht, ich war wohl noch sehr klein. Meine 3 Geschwister wurden alle Stuttgartfans. Ich selber konnte mich lange nicht für ein Team entscheiden, wohl auch, weil ich keinen enttäuschen wollte, und hab immer für Tore von beiden Mannschaften gejubelt- diese Spiele waren damals, meine ich, auch immer sehr ereignisreich, mit vielen Toren, ich hatte daher immer großen Grund zur Freude. Hab aber damals schon immer stolz erklärt, dass ich ein bisschen mehr für Werder bin. An das Double Jahr kann ich mich schon alleine alterstechnisch nicht erinnern. Mein erstes großes Fußballhighlight war, da italienische Wurzeln, Italiens Weltmeisterschaft 2006. In der folgenden Saison dann die Stuttgarter Meisterschaft. Das letzte und entscheidende Spiel war gegen Cottbus, meine ich. Wir waren alle im Stadion, an das Spiel kann ich mich nicht mehr erinnern, sehr wohl aber an die Meisterfeier danach. Selbstverständlich hab auch ich gefeiert- ich war ja irgendwo auch ein halber Stuttgartfan.
    Seltsamerweise war genau das die Saison in/nach der es bei mir definitiv und unwideruflich den Ausschlag pro Werder gab
    Ich war damals 7 Jahre alt und ich kann mich nicht erinnern, danach jemals wieder beide angefeuert zu haben- ich war endgültig grün und weiß infiziert. Wieso Werder? Da habe ich keine Ahnung.
    Mit dem VfB verbindet mich heute nichts mehr, es ist ein Verein, der mir egaler nicht sein könnte.
    Ob ich den Poklasieg 2009 überhaupt gesehen habe, weiß ich nicht. In meiner Erinnerung finde ich nichts, vermutlich musste ich ins Bett. Aber ich kann mich durchaus noch erinnern, was für ein geiles Team Werder hatte. Diego...
    Auf dem Gymnasium hatte ich promt einen HSV-Lehrer. Als ich dann mal mit Werdertrikot kam, fingen die Sticheleien an. Ich wusste bis dahin, wohl auch wegen meines Wohnorts, nur wenig von der Rivalität zwischen Werder und Hamburg. Fußball war für mich eine große friedliche Blase.
    Als ich dann dumme Fischsprüche hörte, musste ich natürlich reagieren und meinen SVW verteidigen und hab mir einige HSV Sprüche einfallen lassen
    Auch dadurch, aber vorallem, weil ich älter wurde und den Fußball intensiver verfolgte, wurde meine emotionale Bindung zum SVW immer enger. Irgendwann hab ich dann rausgefunden, dass Werder in meinem Geburtsjahr '99 den Pokal gewann und da kam es mir vor, als sei es meine Bestimmung, Werderfan zu sein
    9. Februar 2013. Stuttgart - Werder. Ich war mit 13 zum ersten Mal im Stuttgarter Gästeblock. Meine Geschwister waren zeitgleich in der Cannstatter Kurve, aber es sollte ein Traum für grün und weiß werden. 1:4, Hunt, 2xEkici, de Bruyne.
    Ich konnte zu Beginn keine Fangesänge, aber ich weiß noch, dass ich es geschafft habe, über 90 Minuten irgendwie mitzusingen und zu brüllen und zu hüpfen. Danach aus dem Stadion und die ganze Zeit glücklich AUSWÄRTSSIEG, AUSWÄRTSSIEG skandiert
    Es war das erste Mal, dass ich inmitten von lauter Werderfans war und auch dadurch ist es definitiv ein Highlight meiner bescheidenen Werdervita.
    Ein anderes Highlight, vielleicht DAS Highlight, ist mein erster Besuch im Weserstadion. Ich wollte dort schon immer hin, besonders ab 2010 war es ein jahrelanges Betteln und Flehen, es hat aber erst 2016 geklappt. Und, ja ihr ahnt es, es war der letzte Spieltag, Werder gegen Eintracht, das alles oder nichts Spiel.
    Endlos mit dem Zug durch ganz Deutschland, dann 88 verfluchte Minuten lang Bangen und Hoffen gegen Frankfurter, die gefühlt nur Zeitspiel betrieben haben und dann das erlösende Tor. Wildfremden Menschen in den Armen liegen, danach der Platzsturm, ich glaub, ich war nie so glücklich, wie in diesem Moment
    Danach musste ich mich ein wenig zurückhalten, denn mein Bruder war mitgekommen und der VfB abgestiegen, das hat aber mehr so schlecht als recht geklappt
    Am Bahnhof am nächsten Tag haben wir noch den Berater von Fritz getroffen, er hat uns angesprochen, von wo wir kämen und war ganz beeindruckt, dass wir extra vom Bodensee angereist sind. Er hat dann versprochen, mir ein Autogramm von Clemens zu schicken. Kurz vor Beginn der neuen Saison lag dann die einzige Autogrammkarte, die ich je besessen habe, im Briefkasten
    Es ist bei mir schon präsent, das Werder eine goldene Vergangenheit hat und auch ich weiß noch von richtig tollem Fußball an der Weser, teilweise aus Videos, durchaus jedoch aus einzelnen Erinnerungsfetzen, aber wirklich richtig nah dran an Werder bin ich erst, seit es langsam bergab ging. Für mich ist das Fandasein daher geprägt von dem Zusammenhalt in schlechten Tagen und vom Abstiegskampf. Ich habe gelernt, dass Liebe und Leidenschaft nicht von großen Dingen abhängen, sondern vollkommen unabhängig von Erfolg sind. Dass ein grün weißes Herz viel Leid bedeuten kann und, gerade in Regionen fern von Bremen, auch Spott einbringt.Dennoch gibt es nichts, was mich davon abbringen könnte, den SVW zu unterstützen.
    Ich bin quasi zu jung, um die glorreichen Jahre wirklich aktiv miterlebt zu haben, aber zu alt, um den glorreichen SV Werder nicht mehr zu kennen.
    Auch ich träume davon, dass Werder wieder groß aufspielt und Titel gewinnt, dem gerecht wird, einer der großen Vereine der Fußballvergangenheit zu sein. Aber durch all die Jahre im Keller ist der Tabellenplatz nur zweitrangig. Ganz oben steht die Leidenschaft für den SVW, die einem keiner nehmen kann.

    Und eins ist klar - sollte ich jemals Kinder haben, werde ich die früh mitnehmen ins Weserstadion

  5. #50

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    Tja, warum man irgendwann Fan von einer Mannschaft wird, ist wirklich nicht so ganz leicht. Ich sympathisierte Anfang der 80er (muss so um die WM in Spanien gewesen sein) kurz mit den Bayern, wohl wegen der Panini Aufkleber mit Rummenigge. Das war aber nur ein kleines Lüftchen. Dann war dort noch der HSV. Die eine Hälfte der nordeutschen Familie eben HSV und meine Oma(!!) Werder. Zum Glück gab es da Rudi Völler und die geilen Kantersiege 1985 (8:2 gegen Hannover zum Beispiel), was mich da auf den richtigen Pfad gebracht hat.

  6. #51

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    Zitat Zitat von syno Beitrag anzeigen
    Die Saison 85/86 war meine erste, haben in einem arabischen Land gelebt. Ich lauschte immer der verrauschten Konferenz au Deutsche Welle. Und der Kicker kam immer erst etwas mehr als eine Woche später. War trotzdem klasse. Ich habe Notenschnitte per Taschenrechner berechnet und fiel als Zehnjähriger in ein tiefes Tal der Depressionen als Werder am letzten Spieltag in Stuttgart mit 1:2 verlor und die Meisterschaft noch nach München ging. Seitdem kann ich Bayern nicht ausstehen, Stichwort Sören Lerby.

    Die Entschädigung war dann der 8. Mai 2004 im Olympiastadion. Ich bin sonst nie groß dabei, den Gegner zu verschmähen, aber die Wucht mit der beim Stand von 3:0 das “Scheiss Uli Hoeneß” in den Münchner Himmel von 10000 Werder Fans gebrüllt wurde, geht zu 50% auf meinen Kehlkopf.

    87/88 ... lebend in Arabien ...Deutsche Welle am Weltempfänger um 17:30uhr Ortszeit zum Abendbrot gehört... geile Zeit

  7. #52

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    Es ist sehr interessant, zu lesen, auf welch unterschiedlichen Wegen die Leute hier Werder-Fan geworden sind. Bei mir war es eher der Weg, den ich als "klassisch" (ohne Wertung) bezeichnen würde. Ich bin gebürtiger Bremer und meine Eltern und Großeltern waren/sind schon Werder-Fans.

    Spätestens nach dem ersten Besuch mit Papa im damals noch ungemütlichen und zugigen Weserstadion war es um mich geschehen. Das muss (bitte festhalten; bin ein alter Sack) 1968 oder 1969 gewesen sein. Meiner Erinnerung nach ein 3:1 gegen RW Oberhausen (die waren tatsächlich mal in der Bundesliga). Meine Idole damals waren Pico Schütz, Höttges und Werner "Anneliese" Görts. Warum Görts "Anneliese" genannt wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Selbst Google hilft mir da nicht weiter.

    Mit etwa 10 oder 11 Jahren durfte ich dann sogar alleine ins Stadion. Man nahm den Bus und 2 Mark aus dem Sparschwein, fuhr zum Stadion und kaufte sich in einem dieser kleinen Steinhäuschen eine Karte. Ausverkauft war das Stadion damals fast nie. Man hoffte natürlich auf Werder-Tore und stellte sich hinter das Tor, auf das Werder spielte. In der 2. Halbzeit wanderte man dann hinter das andere Tor. Das ging damals wirklich, bevor hier Nachfragen kommen.

    Nach einem Jahrzehnt als graue Maus in den 70ern und dann noch dem Abstieg, brachen unter Otto endlich die ersten glorreichen Zeiten an, die ich als Fan erleben durfte.

    Einige echte Sternstunden durfte ich im Stadion erleben. Zum Beispiel die ersten "Wunder von der Weser" gegen Spartak und Dynamo.

    Viele Leute werden ja mit dem Alter abgeklärter und vielleicht auch kühler. Bei mir ist das Gegenteil der Fall. Ich habe wohl noch nie so intensiv mit Werder mitgefiebert und mitgelitten wie zurzeit, wenn ich mir die Werder-Spiele auf Sky oder gelegentlich auch live im Stadion zusammen mit meinem Sohn ansehe. Die Jüngeren sollten sich also nicht unbedingt der Illusion hingeben, dass sich das mit dem Fan-Sein irgendwann legt. Ein echter Werder-Fan ist und bleibt lebenslang grünweiß.
    Geändert von Malamute (19.02.2018 um 15:41 Uhr)

  8. #53

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    Man sieht, man jung jier einige im Vergleich zu mir sind....
    Ich war ja HSV-Fan. Wg Uwe und meiner Mutter, die auch wg Uwe noch immer HSV-Fan ist. Meine HSV-Zeit war die von Krohn und rosa Trickots.
    Dann aber: ein Werder-Spiel im TV (N3) Mitte der 70er mit Helmuth Poppen als wunderbar-melancholischer Moderator bei Bildgriesel in SW im WoZi meiner Oma. 1:0 meine ich, durch 11m von Höttges im mow Abstiegskampf, wenn ich mich recht erinnere.
    Studium in OL wurde dann endgültig Werder-like, da wir auch immer mal wieder Karten hatten (Ost, unüberdacht, gemischtes Publikum). Ich war später dann auch beim Kutzop-Elfer dabei, viel schöne Jahre mit Ailton und Micoud. Meine Tochter, 1992 geboren, habe ich ab ihren 5. oder 6. LJ mitgenommen und die hat keine Niederlage erlebt (könnten 12 Spiele gewesen sein). Unrettbar war ich übrigens mit dem Eintritt von M. Bode in die erste Mannschaft. Immerhin kommen wir aus dem gleichen Ort, gleiches Gymnasium, nicht die gleiche ZDL-Stelle, gleicher Jugendverein (VfR Osterode), er nur ein paar Jahre später als ich.
    Sind jetzt vielleicht 35 Jahre, aber die Gelassenheit will sich nicht einstellen.

  9. #54

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    Zitat Zitat von BProbe Beitrag anzeigen
    Man sieht, man jung jier einige im Vergleich zu mir sind....
    Ich war ja HSV-Fan. Wg Uwe und meiner Mutter, die auch wg Uwe noch immer HSV-Fan ist. Meine HSV-Zeit war die von Krohn und rosa Trickots.
    .
    Ein mutiges Outing. Aber diese totale "Feindschaft" zwischen Werder und dem HSV gab es damals so ja auch noch gar nicht. Das ist dann eigentlich erst seit dem Tod von Maleika so richtig eskaliert. Und Uwe ist und bleibt ein absolutes Idol sowie menschliches und fußballerisches Vorbild wohl nicht nur für mich. Mein erster echter Lederball hatte einen Namen: Der hieß offiziell ab Hersteller "Uwe-Seeler-Bombe". Den habe ich gehegt und gepflegt und eingefettet bis er irgendwann doch irreparabel kaputt war.

  10. #55
    Avatar von WerseWeser
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    Geile Geschichten, ich hab einen neuen Lieblings-Fred!

    Bei meiner Story habe ich eine Pointe ausgelassen. Am Tag des Spiels gegen Bayern 2004 war ich abends noch auf ner Party bei einer Studienkollegin... was soll ich sagen... anders als so konnte es an dem Tag ja nicht kommen: wir sind jetzt 14 Jahre zusammen, 11 Jahre verheiratet und haben 3 Kinder, von denen 2 Weserstadiongängerinnen sind und die 3. kommt noch, freut sich jetzt schon n Keks, wenn die Werder-App tuutet beim Spiel.
    Ein kleines Mittagsschläfchen ist, als würde man den Tag mit Käse überbacken.

  11. #56
    Avatar von Q
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    Meine älteren Geschwister haben mich als kleinen Pöks mit ins Weserstadion genommen zum 0:5 gegen Köln, das unseren Abstieg besiegelt hat. Musste sein, weil ich mich kurz davor irrtümlich über ein 7:0 von Bayern gegen Werder gefreut hatte. Kann ja keiner ahnen, dass Werder so hoch verlieren kann. Im Spiel danach mein erster richtiger Tipp, ein 1:0 für Werder gegen Hertha.

    Ab dem Wiederaufstieg war ich dann immer am Radio dabei, und habe für jede Saison ein Heft geführt mit der Tabelle. Blöd waren immer die Nachholspiele, die z.T. erst Wochen später stattfanden. Wie soll man da eine vollständige Tabelle führen?

    Danach durfte ich ab und zu mit ins Stadion. Hängengeblieben ist ein 3:2 gegen den HSV unter Flutlicht, als wir ihre Endlosserie nicht verlorener Spiele gebrochen haben. Kutzops Elfer habe ich mit meinem Vater auf dem Domshof erlebt. Schön waren die internationalen Spiele, denn sonst gab es ja kaum mal die Möglichkeit ein ganzes Werder-Spiel im Fernsehen zu sehen. Ab der Meistersaison 1987/88 war ich dann regelmäßig allein im Stadion in der Ostkurve. Vorher war Werder noch mehr im Hurra-Stil unterwegs, aber ab der Saison gab es die berühmte kontrollierte Offensive. Es war unheimlich, wie zweikamfstark Werder in den Spielen war und die Gegner kaum noch zur Entfaltung kamen. Gefühlt gab es mehr 1:0 und 2:1, und ein Rückstand bedeutete nichts.

    In den Jahren voller Frust hatte ich ne Dauerkarte...und ab der Saison 2003/2004 war ich für 4 Jahre im Ausland. Irgendwie doof gelaufen, so sind mir viele tolle Spiele entgangen. Die Meisterschaft habe ich im Pub in London erlebt, das war auch cool. In der Zeit konnte ich auch mal international ein Auswärtsspiel sehen: Turin. Diese plötzliche Stille im Block, als Wiese den Ball rausrutschen lässt und Juve das Tor macht vergesse ich auch nicht.

    Inzwischen war ich mit meinen Kindern das erste mal im Stadion, 1:3 gegen Freiburg. Ändert aber nichts daran, dass die nächste Generation nachkommt...
    "Start cooking, the recipe will follow" - Brian Eno

  12. #57

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    Einen ähnlichen Thread gab - gibt's? - ja schon; BSB hatte dort einiges aus der guten alten Zeit zum Besten gegeben. Für so etwas fehlt er schon sehr.

    Meine Karriere im Weserstadion begann mit einem 4:6 gegen 1860, Anfang 1980. Details zu diesem Spiel sind auf einschlägigen Seiten zu finden, insbesondere die Torfolge in der Schlussphase weiß m.E. zu beeindrucken - ich glaube, die Radiokonferenz - gab's die damals schon? - hat nicht mehr zurückgeschaltet.
    Egal - ich habe in der Abstiegssaison so einiges noch gesehen; unter anderem die Spiele gegen Schalke und gegen Gladbach (mit fehler von Budde) - und wenn man sich diese - und andere Heimspiele aus der Saison- anschaut, dann fragt man sich doch schon, warum die Mannschaft überhaupt absteigen musste. Neben Kampf sind da auch wirklich gute spielerische (Konter-)Momente dabei, die so oder so ähnlich später auch unter König Otto hervorgezaubert wurden - aber warum auch immer - auswärts hat es das Team 1979/80 einfach nicht auf den Grashalm bekommen.
    Auf Youtube lässt sich aktuell besonders gut stöbern; dort werden aus der schlechten/guten alten Zeit einige Dinge angeboten. Das genannte Spiel gegen 1860 ist auch dort; kurios ist das Heimspiel gegen Hertha aufgrund des Fehlers kurz vor Schluss von Budde (folgenlos).
    Geändert von 3fach_Meister (08.03.2018 um 13:59 Uhr)
    Auch ohne Smilies könnte dieser Beitrag Spuren von Ironie, Sarkasmus oder Zynismus enthalten.

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