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Thema: Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?

  1. #1
    Hedoaltruist
    Gast

    Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?

    Die uralte Frage, die ich gerne noch einmal neu auflegen würde, gerade in Zeiten, wo die Religion/der Glaube in unserer Gesellschaft gefühlt immer stärker in den Hintergrund gerät. An was glaubt ihr, glaub ihr überhaupt an etwas? Materiell oder Übernatürlich? Weltreligion oder Individualglaube? Wenn ja, warum und mit welchem Ziel?
    Und ich würde hier grundsätzich darum bitten, den Glauben anderer Menschen KEINESFALLS ins Lächerliche zu ziehen beziehungsweise zu kritisieren, sondern nur im Sinne einer fruchtbaren Diskussion zu hinterfragen.
    Geändert von Hedoaltruist (22.01.2018 um 15:16 Uhr)

  2. #2
    Avatar von *666*
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    Würde mich am ehesten als Agnostiker beschreiben

  3. #3
    Avatar von Die Nase
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    Ich glaube an keinen Gott oder übernatürliche Kraft. Ich denke, Religion ist entstanden um Dinge zu erklären die man nicht verstehen konnte, weshalb Religion auch immer abstrakter wird. Früher hatte man für alles mögliche einen Gott um sich z.B. Gewitter zu erklären. Heute ist es dann ein übernatürliches Wesen was wie auch immer die Geschicke lenkt.

    Das Problem was ich und alle anderen haben, ist halt das Dilemma, dass irgendwann etwas aus dem Nichts entstanden sein muß oder es eine Sache schon immer gab. Selbst wenn es einen Gott gibt der uns alle hier erschaffen hat woher kommt der? Woher kommt das Material was zu Beginn des Urknalls da gewesen ist?
    If you're going through hell, keep going.
    Winston Churchill

    Ironie lässt sich am besten durch 15 jährige Mütter definieren, die Schutzhüllen für ihre iPhones haben.

  4. #4
    Hedoaltruist
    Gast
    Persönlich, auch wenn ich sagen muss, dass ich hier noch ziemlich am Anfang meiner Entwicklung stehe, sehe ich die Grundlagen meines Glaubens stark dem Bhuddismus zugewandt. Ich mag die Idee, dass jeder Mensch sich sein eigenes Welt- und Gottesnbild schafft und selbst wenn er das absolut Göttliche erkennen kann, es doch nur in Gleichnissen und somit sprachlich nicht Abbildungsgetreu für andere vermittelbar ausdrücken kann. Grundsätzlich bedeutet dies, dass es unmöglich ist, für die Gesellschaft ein konkretes Bild von Gott oder mMn besser ausgedrückt, dem, was Alles zusammenhält und erschafft, zu formulieren, was gleichzeitig ein monothetisches Weltbild ausschließt. Zudem finde ich den Weg des Vermeidens persönlichen Leids und der Entwicklung von Mitgefühl, nicht Liebe, für alle Lebewesen als extrem erstrebenswertes Ziel für den Menschen, um das Leid aller Lebewesen mindern und allen mitfühlenden Wesen eine Zukunft ermöglichen zu können. Weitere prägende Einflüsse finde ich im Daoismus in Form des Ying und Yang und der überall existenten Form der Gegensätze, aus der die komplette materielle Welt entsteht.
    Geändert von Hedoaltruist (22.01.2018 um 15:40 Uhr)

  5. #5

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    Zitat Zitat von *666* Beitrag anzeigen
    Würde mich am ehesten als Agnostiker beschreiben
    Ich ebenfalls, die Einlässe von Hedo zum Buddhismus, mit dem ich mich bisher kaum befasst habe, klingen aber auch konzeptuell interessant. Das war dann wohl auch schon alles was ich beitragen kann.

  6. #6
    Hedoaltruist
    Gast
    Zitat Zitat von Die Nase Beitrag anzeigen
    Ich glaube an keinen Gott oder übernatürliche Kraft. Ich denke, Religion ist entstanden um Dinge zu erklären die man nicht verstehen konnte, weshalb Religion auch immer abstrakter wird. Früher hatte man für alles mögliche einen Gott um sich z.B. Gewitter zu erklären. Heute ist es dann ein übernatürliches Wesen was wie auch immer die Geschicke lenkt.

    Das Problem was ich und alle anderen haben, ist halt das Dilemma, dass irgendwann etwas aus dem Nichts entstanden sein muß oder es eine Sache schon immer gab. Selbst wenn es einen Gott gibt der uns alle hier erschaffen hat woher kommt der? Woher kommt das Material was zu Beginn des Urknalls da gewesen ist?
    Das beantworte ich gerne hiermit: wenn ich davon ausgehe, dass ich existiere, muss ja etwas dagewesen sein, aus dem ich hervorgegangen bin. Vollkommen egal was. Das heißt es muss irgendwann einen Anfang und Etwas gegeben haben. Wenn ich weiterhin davon ausgehe, dass ich mich aus den Tieren, die Tiere aus dem Wasser, das Wasser aus der Erde, die Erde aus dem Universum und das Universum aus dem anfänglich Existenten entwickelt hat, muss ich auch davon ausgehen, dass diese anfängliche Kraft in allem Existentem steckt. Da ich aber nur selbst diese Kraft erfahren und auf meine Weise (z.B. durch Sprache) ausdrücken kann, stellt sich diese Kraft als für jeden anders dar. Somit ist auch egal, was am Anfang existierte, entscheidend ist nur, das etwas am Anfang existierte. Zudem glaube ich, dass Alles irgendwann zu diesem Ursprungszustand zurückkehrt und daraus wieder etwas Neues entsteht.
    Geändert von Hedoaltruist (22.01.2018 um 15:49 Uhr)

  7. #7
    Avatar von Die Nase
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    Aber woher kommt diese Existenz? War es schon immer da oder ploppte es plötzlich aus dem nichts aus?
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    Winston Churchill

    Ironie lässt sich am besten durch 15 jährige Mütter definieren, die Schutzhüllen für ihre iPhones haben.

  8. #8
    Hedoaltruist
    Gast
    Zitat Zitat von Die Nase Beitrag anzeigen
    Aber woher kommt diese Existenz? War es schon immer da oder ploppte es plötzlich aus dem nichts aus?
    Das spielt für mich keine Rolle. Vielleicht war es schon immer da, vll wurden wir auch nur von einer Zwischensufe dieser Existenz geschaffen, die erst später auftauchte. Ich denke, wir werden den Ursprung eben nie exakt beschreiben können, allerhöchstens persönlich auf eine indiividuelle Weise erfahren. Und das ist auch gut so, da sich jeder Mensch eben sein eigenes Bild von der Existens schaffen soll, um so etwas wie Glaubenskriege zu vermeiden.

  9. #9
    Avatar von Die Nase
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    Ich befürchte, dass es solange es unterschiedliche Glauben/Religionen auf der Welt gibt, diese auch immer wieder ausgenutzt werden um Kriege zu führen.
    If you're going through hell, keep going.
    Winston Churchill

    Ironie lässt sich am besten durch 15 jährige Mütter definieren, die Schutzhüllen für ihre iPhones haben.

  10. #10
    alt-0229
    Gast
    Zitat Zitat von Hedoaltruist Beitrag anzeigen
    Die uralte Frage, die ich gerne noch einmal neu auflegen würde, gerade in Zeiten, wo die Religion/der Glaube in unserer Gesellschaft gefühlt immer stärker in den Hintergrund gerät. An was glaubt ihr, glaub ihr überhaupt an etwas? Materiell oder Übernatürlich? Weltreligion oder Individualglaube? Wenn ja, warum und mit welchem Ziel?
    Und ich würde hier grundsätzich darum bitten, den Glauben anderer Menschen KEINESFALLS ins Lächerliche zu ziehen beziehungsweise zu kritisieren, sondern nur im Sinne einer fruchtbaren Diskussion zu hinterfragen.
    Wie entwickelt man in Zeiten, in denen sich säkulär erzogene Jugendliche Moscheen zuwenden und in Dresden schwarzrotgoldene Kreuze spazierengetragen werden das Gefühl, daß Religion in den Hintergrund gerät? Während Friedrich März noch von Leitkultur sprach, ist es bei Dobrindt und de Maiziere inzwischen die jüdisch-christliche Leitkultur. In meinen Augen drängt die Religion seit einigen Jahren eher wieder in den Vordergrund, bzw. wird als Argument für die Durchsetzung von politischen Zielen benannt, die man vor 15 Jahren noch anders begründet hat.

  11. #11
    Hedoaltruist
    Gast
    Da magst du Recht haben, wobei einige Jahre für mich kein relevanter Zeitraum sind, im Kulturen oder Gesellschaften zu beschreiben. Es drängt außerdem mMn nur wieder verstärkt in Vordergrund, weil fremde Religionen immer stärker in unser Land drängen und sich somit Verlustängste entwickeln. Mir geht es aber vielmehr um eine freiwilliges beschäftigen mit der Religion, der Suche nach dem Sinn und der Entstehung des Lebens und nach Transzendentem. Gerade in Anebtracht der vielen wissenschaftlichen und materiellen Möglichkeiten, die wir mittlerweile haben. Um weg von einem persönlichen Zweck zu kommen und wieder zu mehr Gemeinschaft zu finden.

  12. #12
    Avatar von zuläufer
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    Überzeugter Christ ohne großartigen Bezug zur Kirche. Wird nur zu Anlässen betreten. Muss auch dazu sagen dass bei uns in der Familienhistorie alle sehr sehr religiös waren und doch auch einige Kirchenhansl gab und mir als Kind\Jugendlicher nicht viel übrig geblieben ist.

    Wenn ich geh und steh tun mir die Knochen weh
    aber wenn ich sitz und sauf hören die Schmerzen auf!

  13. #13
    Hedoaltruist
    Gast
    Zitat Zitat von Die Nase Beitrag anzeigen
    Ich befürchte, dass es solange es unterschiedliche Glauben/Religionen auf der Welt gibt, diese auch immer wieder ausgenutzt werden um Kriege zu führen.
    Das kommt mMn ganz darauf an, welche Werte diese Religionen vermitteln und inwiefern diese Allgemeingültigkeit einfordern bzw. die Werte missverständlich und interpretierbar ausdrücken.
    Geändert von Hedoaltruist (22.01.2018 um 16:24 Uhr)

  14. #14
    Avatar von alex-gw
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    Zitat Zitat von Hedoaltruist Beitrag anzeigen
    Zudem finde ich den Weg des Vermeidens persönlichen Leids und der Entwicklung von Mitgefühl, nicht Liebe, für alle Lebewesen als extrem erstrebenswertes Ziel für den Menschen, um das Leid aller Lebewesen mindern und allen mitfühlenden Wesen eine Zukunft ermöglichen zu können.
    Das finde ich interessant. In einem Urlaub in Sri Lanka habe ich mich intensiv mit dem sehr glaeubigen Reiseleiter unterhalten. Damit konnte ich ueberhaupt nichts anfangen. Kann mich noch an ein paar Eckpunkte erinnern: man soll sich keine Ziele im Leben setzen, damit man das alles ueberwindet, persoenliches Leid vermeidet und seinen Platz einhaelt. Streben nach hoeherem unerwuenscht. Akzeptiere das Leben so wie es ist, du kannst eh nichts aendern, sind alles Auswirkungen vom letzten Leben. Ins Nirvana koennen in diesem Leben nur manche Menschen kommen, der Rest hat halt Pech gehabt. Wiedergeburt. Again and Again.

    Und das mit der Wiedergeburt ist ja auch nicht ganz so einfach. Der gute Mann hat beispielsweise mit 18 eine Kobra getoetet, die die Familie attackiert hat. Er lebt jetzt seit 20 Jahren mit dem Gedanken, dass er dafuer im naechsten Leben noch gestraft wird. Der hatte Traenen in den Augen, als er davon berichtet hat. Hat mich nachhaltig schockiert.

    Ein Tsunami ueberrollt die Insel: tjoa, also das muss die Strafe fuer die Suenden im letzten Leben gewesen sein. Damit nimmt man doch alles nur hin.

    Und dann das extreme Kastensystem. Zumindest auf Sri Lanka. Klar, kann jemand aus der unteren Kaste auch Arzt werden. Aber hingehen wuerde da niemand. Und klar, koennte man eine Waschmaschine kaufen. Aber wozu. Die Kaste der Waeschewascher macht die Dreckarbeit doch.

    Fuer mich war das eine ganz andere Religion, als ich sie mir vorgestellt hatte. Ganz anders.
    Kann man aus Hunden eigentlich Luftballons machen? Umgekehrt geht das ja auch...

  15. #15
    Hedoaltruist
    Gast
    Worüber du sprichst alex ist Hinduismus, im Buddhismus haben sollen alle Menschen die gleichen Vorrausetzungen haben
    Geändert von Hedoaltruist (22.01.2018 um 16:31 Uhr)

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