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Thema: Was beschäftigt euch grade?

  1. #5956

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    Zitat Zitat von Daniel FR Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von lagom Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von Micoud13 Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von Daniel FR Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von Tim197 Beitrag anzeigen
    Wenn ich schreibe "Alle Deutschen sollen sterben" ist das keine Volksverhetzung, wenn ich schreibe "Alle Türken sollen sterben" schon.
    Weil die Deutschen das zu verhetzende Volk sind? Wie sieht das aus, wenn du diese beiden Sätze in der Türkei sagst? Ist es dann genau umgekehrt?
    Den Satz verstehe ich auch so überhaupt nicht.
    Ich verstehe ihn so:
    Wenn ein Deutscher sagt, daß alle Deutschen sterben sollen, ist es keine Volksverhetzung.
    Wenn ein Deutscher sagt, daß alle Türken sterben sollen, ist es Volksverhetzung.

    Daniel will nun wissen, ob man daraus schließen kann, daß:
    Wenn ein Türke sagt, daß alle Türken sterben sollen, ist es keine Volksverhetzung.
    Wenn ein Türke sagt, daß alle Deutschen sterben sollen, ist es Volksverhetzung.
    Ich dachte, Micoud13 meint Tim197s Satz.
    Jup

  2. #5957
    Avatar von WhiteHorse
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    Zitat Zitat von Tim197 Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von WhiteHorse Beitrag anzeigen
    Es verklärt auch die Vergangenheit, und nimmt da viele aus der Schuld heraus.
    Mal als Aufhänger, gemeint sind aber alle.

    Wenn ich schreibe "Alle Deutschen sollen sterben" ist das keine Volksverhetzung, wenn ich schreibe "Alle Türken sollen sterben" schon. Ähnlich verhält es sich bei den klassischen -ismen. Bspw. Rassismus und Sexismus definieren sich gerade durch historisch bedingte Machtgefüge.

    Daher kann ein Satz wie "Alle Weißen sollen sterben" nicht rassistisch sein. Natürlich trägt er das dem Rassismus inhärente Merkmal der (verkürzt) an Hautfarben abzulesenden Wertigkeit von Menschen, allerdings ist die Definition von Rassismus eben nicht "Menschen aufgrund ihrer Ethnie oder Hautfarbe abwerten". Er benötigt als unbedingtes Merkmal die Weiterführung der Tradition der Rassifizierung und mir wäre kein historisches Beispiel (-> Tradition) bekannt, in dem Weiße das Opfer von Rassifizierung durch Schwarze oder andere heute marginalisierte Gruppen gewesen wären. Die mittelalterliche Eroberung des europäischen Kontinents durch Muslime war bspw. nicht rassistisch begründet, sondern durch Machtexpansion und Konversionsbestreben. Dementgegen wurde der Kolonialismus bspw. sehr klar durch die Abwertung der Indigenen legitimiert.

    Allerdings ist es bei der Aussage der Nutzerin mMn auch völlig unerheblich, ob sie rassistisch ist oder nur "allgemein" menschenfeindlich, sie wird in keiner Weise legitimer.
    Weil nur rassistisch ist, was auch als Volksverhetzung gilt? Das ist doch hanebüchen. Strafbar kann so eine Aussage übrigens dennoch sein: Als Beleidigung, als Störung des öffentlichen Friedens oder auch als öffentliche Aufforderung zu Straftaten.
    Im Umkehrschluss ist dann "Türken sind scheiße" keine rassistische Äußerung, da sie keine Volksverhetzung ist. Das geht doch nicht auf. Der Tatbestand der Volksverhetzung ist aus einem historischem Kontext entstanden, und dient dem Minderheitenschutz. Er verdeutlicht aber nicht, was Rassismus ist, und was nicht.

    Ist das, was die Chinesen mit Uiguren machen rassistisch? Oder wie in den Emiraten mit Minderheiten umgegangen wird? War der arabische Sklavenhandel, dem auch Millionen von Europäern zum Opfer gefallen sind, rassistisch? Bescheuert ist zu sagen, dass sowas nur von hellhäutigen Menschen ausgehen würde, und ausgegangen wäre - dem ist ganz und gar nicht so. "Rassismus ist per se weiß" ist historisch und auch zeitgenössisch falsch.
    Geändert von WhiteHorse (09.04.2021 um 18:12 Uhr)
    Liberté, Égalité, FuckAfdé

  3. #5958
    Avatar von fruchtoase
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    Zitat Zitat von Schmolle Beitrag anzeigen
    Wenn Rassismus sich nicht aus fehlgeleitetem verständnis der Wissenschaft aus dem 19 Jahrhundert entstanden und im 20 Jahrhundert in mehreren europäischen Ländern auf die Spitze getrieben wäre könnte man sagen, daß Rassismus alt ist.
    Sehr alt.
    Und er ist nicht weiß. Er hat viele Farben.

    Was Tim mit seinen beiden Sätzen sagen möchte, mag er vielleicht mal genauer sagen. "So" halte ich das für appeasement.
    Na ja, der moderne Rassismus ist schon eher eine Erfindung der Kolonialzeit, da hat Tim197 historisch betrachtet nichtmal so komplett Unrecht. Das im Jahr 2021 noch so zu sagen halte ich aber für groben Unfug, die strukturelle Macht zu haben ist kein grundsätzliches Merkmal von Überlegenheitsgefühlen, weder wenn es um die Hautfarbe, noch wenn es um die Religion geht. Im Gegenteil wird da gern aus der Sicht des Underdogs, dessen Tag noch kommen werde, eine eigentliche Überlegenheit propagiert. Beste Beispiele sind da radikale schwarze Gruppen im Umkreis der Black Panther und Malcolm X und im religiösen Spektrum die fundamentalen Muslime oder Christen. Man kann aber auch die nationalistischen Gruppen diverser Länder heranziehen, die oft Schnittmengen mit Rassismus und/oder religiösem Fundamentalismus haben.

  4. #5959
    Avatar von fruchtoase
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    Zitat Zitat von Weserwunder1899 Beitrag anzeigen
    Ich befürchte, das ist kein Fake.
    Dieser "Jan" ist wirklich Freund von "konservatismus ♰ • freiheit! • cdu & ju"

    ^^"

    Aber grundsätzlich sollte man sich immer an den weisen Worten Funny van Dannens orientieren: Auch Lesbische, Schwarze, Behinderte können ätzend sein.

  5. #5960

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    Ich glaube was Tim meint ist einen Fall in dem ein türkischer Funktionär in einem der in Deutschland ansässigen (und aus der Türkei mehr oder weniger gesteuerten) Verbände in den nicklichkeiten mit der Türkei/ erdogan sich zu Wort gemeldet hat und über Deutsche hergezogen hat. Da ging es um die Formulierung „Köter“. Das war keine volksverhetzung.

    Da ging es wohl darum das deutsche keine abgrenzbare Gruppe in Deutschland wäre. Und doch eher wir (fast) alle.

    Das war kein Urteil sondern Entscheidung Staatsanwaltschaft ob im Einzelfall Anklage erhoben wird.
    Das wurde dann aber ausgeschlachtet als wäre es bgh Rechtsprechung.

    Zum einen von afd etc im Sinne von was wir uns alles gefallen lassen.

    Zum anderen in „alte weiße Mann „ Diskussionen um nicht nur Bewusstsein zu schaffen sondern zuzuspitzen wer nur Täter und wer Opfer sein kann.

  6. #5961
    Avatar von Schmolle
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    Zitat Zitat von fruchtoase Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von Schmolle Beitrag anzeigen
    Wenn Rassismus sich nicht aus fehlgeleitetem verständnis der Wissenschaft aus dem 19 Jahrhundert entstanden und im 20 Jahrhundert in mehreren europäischen Ländern auf die Spitze getrieben wäre könnte man sagen, daß Rassismus alt ist.
    Sehr alt.
    Und er ist nicht weiß. Er hat viele Farben.

    Was Tim mit seinen beiden Sätzen sagen möchte, mag er vielleicht mal genauer sagen. "So" halte ich das für appeasement.
    Na ja, der moderne Rassismus ist schon eher eine Erfindung der Kolonialzeit, da hat Tim197 historisch betrachtet nichtmal so komplett Unrecht. Das im Jahr 2021 noch so zu sagen halte ich aber für groben Unfug, die strukturelle Macht zu haben ist kein grundsätzliches Merkmal von Überlegenheitsgefühlen, weder wenn es um die Hautfarbe, noch wenn es um die Religion geht. Im Gegenteil wird da gern aus der Sicht des Underdogs, dessen Tag noch kommen werde, eine eigentliche Überlegenheit propagiert. Beste Beispiele sind da radikale schwarze Gruppen im Umkreis der Black Panther und Malcolm X und im religiösen Spektrum die fundamentalen Muslime oder Christen. Man kann aber auch die nationalistischen Gruppen diverser Länder heranziehen, die oft Schnittmengen mit Rassismus und/oder religiösem Fundamentalismus haben.
    Bezieht sich dein Post auf meinen letzten Satz im zitierten Post?

  7. #5962
    Avatar von fruchtoase
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    Zitat Zitat von Schmolle Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von fruchtoase Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von Schmolle Beitrag anzeigen
    Wenn Rassismus sich nicht aus fehlgeleitetem verständnis der Wissenschaft aus dem 19 Jahrhundert entstanden und im 20 Jahrhundert in mehreren europäischen Ländern auf die Spitze getrieben wäre könnte man sagen, daß Rassismus alt ist.
    Sehr alt.
    Und er ist nicht weiß. Er hat viele Farben.

    Was Tim mit seinen beiden Sätzen sagen möchte, mag er vielleicht mal genauer sagen. "So" halte ich das für appeasement.
    Na ja, der moderne Rassismus ist schon eher eine Erfindung der Kolonialzeit, da hat Tim197 historisch betrachtet nichtmal so komplett Unrecht. Das im Jahr 2021 noch so zu sagen halte ich aber für groben Unfug, die strukturelle Macht zu haben ist kein grundsätzliches Merkmal von Überlegenheitsgefühlen, weder wenn es um die Hautfarbe, noch wenn es um die Religion geht. Im Gegenteil wird da gern aus der Sicht des Underdogs, dessen Tag noch kommen werde, eine eigentliche Überlegenheit propagiert. Beste Beispiele sind da radikale schwarze Gruppen im Umkreis der Black Panther und Malcolm X und im religiösen Spektrum die fundamentalen Muslime oder Christen. Man kann aber auch die nationalistischen Gruppen diverser Länder heranziehen, die oft Schnittmengen mit Rassismus und/oder religiösem Fundamentalismus haben.
    Bezieht sich dein Post auf meinen letzten Satz im zitierten Post?
    Nein, auf den Teil, in dem Du dem Rassismus zuschreibst, sehr alt zu sein. Es kommt bei solchen Formulierungen natürlich immer auf die jeweilige Perspektive an, aber wenige hundert Jahre ist in Bezug auf das Mit- und Gegeneinander menschlicher Gesellschaften vermutlich eher nicht als sehr alt zu kategorisieren, würde ich sagen, deshalb habe ich da ein wenig ausgeholt.

    Deinen letzten Satz würde ich hingegen unterschreiben und halte das ehrlich gesagt auch für brandgefährlich.

  8. #5963
    Avatar von Wettkampfmentalität
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    Zitat Zitat von Tim197 Beitrag anzeigen
    Rassismus ist per se weiß.
    Rassismus ist per se Scheiße.
    Aber nicht immer weiß.

    Klar gibt es da viele Beispiele für weißen Rassismus, gerade weil wir in einem Teil der Welt wohnen, wo Weiße die Mehrheit sind.
    Aber es kommt eben immer darauf an, wo auf der Welt man sich gerade befindet. Rassismus kann, muss sich aber nicht gegen die Mehrheit richten. Es ist auch Rassismus, wenn man jemanden grundsätzlich wegen der Hautfarbe blöd findet, egal ob Minderheit oder nicht.
    Und es gibt auch Beispiele für die Unterdrückung von Weißen.

    Auch dein Türkei-Beispiel zieht da nicht. Das trifft auf Deutschland zu, also wenn man in Deutschland wohnt und allen Deutschen den Tod wünscht, ist das kein Rassismus, aber wenn ein Türke in der Türkei sagt "Alle Deutschen oder Kurden, die hier wohnen, sollen sterben", dann ist das genauso Rassismus.

  9. #5964
    Avatar von Schmolle
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    @fruchtoase
    Mir liegt nichts weniger fern als heutigen Rassismus mit früheren Formen zu vergleichen. Weil man den heutigen Rassismus damit unweigerlich relativiert.
    Und weil der Rassismus im 20jhdt schnell und extrem zu unrechtsstaaten inklusive volksauslöschung, Tötung Andersdenkender etc pp kulminierte gibt es freilich nicht einen Deut dafür, zu sagen, daß uns das heute nicht mehr beträfe und unsere Aufgekärtheit uns dauerhaft schützt.

    Im Gegenteil.

    Insofern auch Danke für deine Antwort

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